Dabei gehörten seine leuchtend blau-violetten Blüten mit dem charakteristischen Sporn früher selbstverständlich zum Sommerbild. Gemeinsam mit Kornblume und Klatschmohn wuchs der Feldrittersporn zwischen Getreidehalmen und bot Wildbienen und Schmetterlingen von Mai bis in den September hinein Nahrung. Heute ist dieser Anblick nur noch an wenigen Orten zu erleben.
„Viele Menschen bewundern derzeit die großen, prächtigen und üppigen Rittersporne in Gärten, ohne zu wissen, dass ihr heimischer Verwandter auf unseren Äckern ums Überleben kämpft“, sagt Biologe André Palm. “Wo der Feldrittersporn noch wächst, profitieren nicht nur Pflanzenliebhaberinnen und Pflanzenliebhaber, sondern ganze Lebensgemeinschaften von Insekten und anderen Tieren.“
Wer den Feldrittersporn in der Natur entdecken möchte, braucht heute etwas Glück.
Er wächst vor allem noch in extensiv bewirtschafteten Getreideäckern auf kalkreichen Böden und wird meist nur 15 bis 50 Zentimeter hoch. Der Feldrittersporn trägt lockere Blütenstände mit intensiv blau violetten Blüten, die kleiner sind als die des Garten-Feldrittersporns. Seine fein zerteilten Blätter verleihen der Pflanze ein zartes Erscheinungsbild und erinnern beinahe an Fenchel oder Kamille.
Gute Chancen bestehen unter anderem in Teilen des Kaiserstuhls und der Schwäbischen Alb in Baden-Württemberg (vor allem nördlich der Donau), in Rheinhessen sowie in einigen Regionen Sachsen-Anhalts, Thüringens und Mecklenburg-Vorpommerns. Auch dort ist sein Vorkommen jedoch meist auf einzelne Äcker oder Ackerrandstreifen beschränkt. In der westlichen Tiefebene und in Norddeutschland ist die Art natürlicherweise sehr selten oder fehlt gebietsweise komplett.
Äcker gehören neben den Wäldern zu den flächenmäßig größten Ökosystemen Deutschlands.
Mehr als 350 Pflanzenarten – rund zehn Prozent aller mitteleuropäischen Gefäßpflanzen – sowie zahlreiche Tierarten waren hier einst heimisch. Zu ihnen zählten unter anderem Storche, Rebhühner, Schmetterlinge, Feldgrillen, Rehe, Feldhasen und Füchse, die den Lebensraum in seiner ganzen Vielfalt prägten. Doch die Intensivierung der Landwirtschaft, der Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln sowie der Verlust strukturreicher Ackerränder haben dazu geführt, dass viele Ackerwildkräuter und mit ihnen zahlreiche Tierarten stark zurückgegangen sind. Heute steht der Feldrittersporn in allen Bundesländern auf den Roten Listen gefährdeter Pflanzen. Der Feldrittersporn ist damit weit mehr als eine hübsche Sommerblume. Er ist ein Botschafter für eine vielfältige Kulturlandschaft, die ihrerseits immer noch zu wenig Beachtung im Naturschutz bekommt. Mit seiner Wahl zur „Blume des Jahres“ wirbt die Loki Schmidt Stiftung für den Erhalt extensiv bewirtschafteter Äcker und artenreicher Ackerränder – damit das sommerliche Blau-Violett des Feldrittersporns künftig nicht nur in Gärten, sondern wieder häufiger zwischen Getreidehalmen leuchtet.
Veranstaltungshinweis: „Die Blume des Jahres 2026 im Wilhelmsburger Inselpark!“ am 24.07.2026
Entdecken Sie ein Blütenmeer, wie es damals auf unseren Feldern Gang und Gebe war und lassen Sie sich von Feldrittersporn, Kornrade, Kamille und Co. verzaubern.
Weitere Informationen unter https://loki-schmidt-stiftung.de/blume-des-jahres/...
Saatgutmischung für Garten und Balkon
Wer dem Feldrittersporn und weiteren seltenen Ackerarten im Garten oder auf dem Balkon einen Lebensraum bieten möchte, kann bei der Loki Schmidt Stiftung die Saatgutmischung bestellen (Bearbeitungsgebühr: 3 €): https://loki-schmidt-stiftung.de/samenpostkarte
Die Loki Schmidt Stiftung kauft, gestaltet und pflegt seit über 40 Jahren Naturflächen für bedrohte Pflanzen und Tiere deutschlandweit. Durch Bildungsarbeit mit über 1.000 jährlichen Veranstaltungen begeistert sie für die Schönheit und Vielfalt der Natur und regt dazu an, Verantwortung zu übernehmen. Viele praktische Projekte zum Schutz der Natur in Hamburg und ganz Deutschland haben die Stiftung bekannt gemacht. Die Aktion „Blume des Jahres“ wurde bereits 1980 von Loki Schmidt initiiert, um zum Schutz von Wildpflanzen aufzurufen. Die Arbeit der Stiftung ist zu einem großen Teil aus Spenden finanziert. Spendenkonto: IBAN: DE37 2005 0550 1280 2292 28